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Microlearnings gegen digitale Ermüdung

Zoom-Fatigue im Krankenhaus

Zoom-Fatigue im Krankenhaus

Wie Microlearnings Zoom-Fatigue verhindern können

Microlearnings – oder auch Mikrolerneinheiten – sind ein hilfreiches Rezept gegen die digitale Ermüdung, die uns langsam alle erreicht. 

“Digitale Ermüdung” oder “Zoom-Fatigue” sind trendige Schlagwörter im Arbeitskontext 2021. Wir sind doch alle müde und sehnen uns nach einem Ausgleich zum Bildschirm. Auch Bildungsmaßnahmen müssen seit dem Xten Lockdown komplett digital stattfinden. Personalentwickler und Führungskräfte stellt das vor große Herausforderungen, insbesondere Teilnehmer vor digitaler Ermüdung zu schützen. Im Folgenden erklären wir wie kompakten MIcrolearnings (auch als Lernnuggets bekannt) dagegen steuern können.

 

Digitale Ermüdung ist mehr als nur “Zoom Fatigue”

Wahrscheinlich bist du auch schon über diesen Begriff gestolpert: “Zoom Fatigue” beschreibt das Symptom von Ermüdung, dass besonders aktuell Millionen Menschen vor, während und nach Online-Konferenzen spüren. Meetings sind gefühlt noch anstrengender geworden, seit sie im Rahmen von “social distancing” zuhause vor der Webcam stattfinden.

Das Phänomen der digitalen Erschöpfung geht allerdings weit über Videokonferenzen (Zoom, Teams, Webex usw.) hinaus. Durch die Arbeit im Homeoffice verbringen wir viel mehr am Bildschirm als sonst. Sozialer Ausgleich fällt weg oder wird extrem reduziert. Das ermüdet! Aus der singulären “Zoom-Fatigue” wird also allgemeine “digitale Ermüdung”.

Vor allem Personalentwicklern und Führungskräften bereitet die digitale Ermüdung bei ihren Mitarbeitern Sorgen: Bildungsmaßnahmen können nicht eingestellt werden und müssen zusätzlich digital ablaufen. Das kostet nicht nur Kapazitäten und Zeit, um auf Online-Kurse umzusteigen. Zusätzlich müssen sie sich überlegen, wie die Teilnehmer vor digitaler Ermüdung geschützt werden können. Die Ermüdung tritt unter anderem aufgrund folgender ungewohnter Situation ein: Zum einen passen Körper und Raum nicht zusammen. D.h. während der Körper am Schreibtisch zuhause sitzt, sind die Gedanken im virtuellen Raum. Fehlende Reize und Blickkontakt können somit zu einer Irritation führen, die Kraft kostet. Zum anderen ist es prinzipiell schwerer sich während einer Videokonferenz zu konzentrieren, da niemand genau mitbekommt wenn Gedanken abschweifen und es einfacher fällt Ablenkung zu finden.

Bei digitalen Bildungsmaßnahmen ist besonders wichtig, dass Mitarbeiter unterschiedlich schnell digital ermüden. Das klingt total banal, kann aber einen Unterschied machen. Neben den Menschen, die auch nach Wochen zuhause vorm Bildschirm noch hochmotiviert teilnehmen, gibt es auch Menschen, die nur noch rein technisch im Online-Kurs eingeloggt sind.

Was auch immer die Gründe sind: Digitale Ermüdung in Online-Kursen ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema und wird Personalentwickler sowie Führungskräfte noch eine ganze Weile begleiten. Die Lösung gegen Ermüdung heißt Microlearnings! Mit kompakten Lerneinheiten (max. 15 min), die jeweils nur ein Thema abdecken, lassen sich strukturierte Lernpfade entwickeln. Diese Lernpfade sind in Themenkomplexe und Microlearnings aufgeteilt, sodass flexibel Schritt für Schritt dem Pfade gefolgt werden kann. Zudem passen Microlearnings auch in stressige Arbeitsalltag (z.B. Kliniken).

Prävention durch Interaktion und Microlearnings gegen digitale Ermüdung:

Neben Microlearnings sind interaktive Videokonferenzen die zweite Zutat für erfolgreiche Weiterbildungen. Auch hier ist eine zeitliche Beschränkung vorteilhaft, um effizient Inhalte besprechen zu können. Interaktive Videokonferenzen eignen sich für max. 10 Teilnehmer und obligatorisch nur einem einzigen Thema.

Fazit

Innovative digitale Bildungsmaßnahmen sollten zur Teilnahme anregen. Der Schlüssel hier heißt “Kurz halten!”. Teilnehmer sollten nicht mit langen und komplizierten Inhalten überfordert werden. Auch bei einem komplexen Thema können sinnvolle kleine Häppchen didaktisch helfen. Die sind für Teilnehmer besser verdaulich und sorgen für nachhaltige Motivation.

BWL für Mediziner

Insbesondere im Gesundheitswesen ist Zeit ein knappes Gut. Deshalb haben wir speziell für Führungskräfte im Krankenhaus einen Online Selbstlernkurs entwickelt. Für mehr Informationen klicken Sie bitte auf unten-stehenden Button.

Microlearning (Mikrolernen) für strukturierte Lernpfade und für „zwischendurch“

Microlearning hat sich zu einer beliebten Methode entwickelt, um sich berufsbegleitend fortzubilden, um gegen die digitale Ermüdung anzukämpfen oder Mitarbeiter:innen im Arbeitsablauf zu schulen. Doch viele Unternehmen sind darauf nicht vorbereitet. Vor allem sind viele Unternehmen nicht auf die Zukunft der Arbeit bedacht: Mehr zum Thema „Die Bedeutung von Upskilling“ in Verbindung mit Microlearnings für den Klinikalltag finden Sie in einem Beitrag von 8Health.

Das Prinzip Microlearning bezeichnet Lernen in kleinen Lerneinheiten und kurzen Schritten. Allgemein verweist der Begriff “Microlearning“ auf die Mikro-Aspekte im Kontext von Lern-, Ausbildungs- und Trainingsprozessen. Zudem fokussieren sich Mircolearnings auf einen einzigen Aspekt und werden in unterschiedlichen Formaten wie Video, Audio oder Grafiken aufbereitet. 

Ein innovatives Angebot für Microlearning bietet das Curriculum des Kurses „BWL für MEDIZINER„.

Die Unterschiede zwischen traditionellen und Microlearning Einheiten: 

Traditionelle Lerneinheiten

Microlearning

60-90 Minuten

5-15 Minuten

Moderierte interaktive Videokonferenzen

Audio-visuelle Materialien  für ergänzendes Lernen

feste Kurszeiten

Flexibel und on-demand

Zeitintensiv

Kosteneffektiv

einmaliger Durchgang

Teilbar und wiederverwendbar

Gleiche Geschwindigkeit für alle

Self-paced und Fortschritts-basiert

Microlearnings für den Klinikalltag

Microlearning ermöglicht strukturierte Lerneinheiten mit punktuellen on-demand Inhalten. Unvorhersehbare Wartezeiten während des Klinikalltags können durch multimediale on-demand Angebote flexibel konsumiert werden. Diese Lernstrategie, die Recall (Erinnerung), Retention (Gedächtnis) sowie die aktive Anwendung von weiterbildenden Maßnahmen positiv beeinflusst, wirkt sich auch positiv auf das Kosten-Nutzen Verhältnis sowie die erfolgreiche Beendigung der Fortbildung aus. Es lässt sich sehr viel Zeit sparen, traditionelle Lerneinheiten durch Microlearning zu ersetzen.

Die Vergessenskurve

Der Mensch vergisst ständig. Je mehr Informationen auf einen einprasseln, desto schneller sind Einzelne schon wieder vergessen. Dr. Ebbinghaus fand heraus, dass vor allem textlich-aufgenommene Inhalte sehr rapide vergessen werden. So sind nach einem Tag ca. 60% schon wieder vergessen, nach 5 Tagen bleibt nur noch 1 % übrig. Dieser Vorgang des Vergessens muss durch mehrfaches Wiederholen des Lernstoffes abgemindert werden. So können Inhalte – ohne große Zeit-Investments – stets aktuell gehalten werden.

Ausblick

In Zukunft werden Microlearnings im klinischen Alltag an Bedeutung gewinnen. Zukünftige Generationen, die in einem Zeitalter des Hochgeschwindigkeitstempos für elektronische Medien aufgewachsen sein, werden nach kompakten digitalen Lerneinheiten verlangen und von traditionellen Lerneinheiten gelangweilt sein. Bildung muss sich attraktiv machen!

Unser Tipp: Bleiben Sie am Ball. Stellen Sie sich 1-2 Erinnerungen pro Woche, um kontinuierlichen Zugang zu Microlearnings zu entwickeln. Diese kleinen Einheiten befähigen Sie Ihren Klinikalltag effizient durch Fortbildung zu ergänzen. Im Fortgeschrittenen-Stadium können Sie die Methodik auch für Ihre eigenen Inhalte anwenden. Ggf. entwickeln Sie ein erstes Microlearning für Ihren Bereich. Überlegen Sie sich welche Inhalte Sie in 5min ausführlich kommunizieren können.

Eine kurze Erklärung zu Microlearnings sowie weitere Klinikmanagement Inhalte finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

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